kreuzgang

Bereits im 9. Jahrhundert werden in Abteien und Prioraten Kreuzgänge gebaut, das belegt der St. Gallener Klosterplan, der um 820 entstanden ist. Um den Kreuzgang gruppieren sich die Lebensräume der Klosterbewohner, er stellt die Verbindung zwischen dem Sakral- und dem Profanbereich dar. Diese zentrale Platzierung des Kreuzgangs im Klosterkomplex zeigt uns die symbolische Bedeutung. Er war mehr als der Verbindungsgang zwischen Kloster und Kirche. Er war eine eigenständige Schöpfung mittelalterlicher Baukunst.

Im mittelalterlichen Denken soll ein Kloster ein Abbild der himmlischen Ordnung widerspiegeln – es soll eine Ahnung vermitteln von dem neuen Jerusalem. Mit den Arkaden des Kreuzgangs, die einen Garten umgrenzen, entsteht ein Raum der Natur und Architektur umfasst. Architektur und Natur – Gang und Garten – bedingen sich gegenseitig. Das Umschließende besteht nicht ohne das Umschlossene und das Umschlossene existiert nicht ohne das Umschließende. Die für das menschliche Leben erforderlichen Wege werden in der Welt der Mönche symbolisch überhöht und erhalten durch Ausstattung und Benutzung sakralen Charakter.

Diese Seite teilen

Museumswebsite gefördert durch:

Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung