Bildungs- und Schulwesen


Die Schulen in den Klöstern sorgten dafür, dass das Wissen an den Klosternachwuchs, weitergereicht wurde. Der Unterricht bestand hauptsächlich aus Grammatik und Rechnen. Das Rechnen war wichtig, denn die Feiertage sollten richtig eingeordnet werden. Auch Musik war von großer Bedeutung für die Liturgie und wurde eingeübt. Der überwiegende Teil der Bevölkerung war des Lesens und Schreibens nicht mächtig. Erst ab dem 10. Jahrhundert wurden auch Klosterschulen für externe Schüler gegründet. Für das Augustiner Chorherrenstift ist eine interne Schule ab dem 14. Jahrhundert und eine äußere Schule ab dem 16. Jahrhundert belegt. Die Bildung von Mädchen stellte während der gesamten Epoche des Mittelalters eine Ausnahme dar, aber im Kloster Indersdorf gibt es ein frühes Zeugnis über eine Adlige, die im Chorgesang unterrichtet wurde.

Nach der Auflösung des Augustiner Chorherrenstifts im Jahr 1783 wurden die Salesianerinnen aus München hierher ausquartiert. Sie erweiterten den bereits praktizierten Schulbetrieb durch die Einrichtung einer "weiblichen Lehr- und Erziehungsanstalt". Als die Salesianerinnen 1831 nach Dietramszell umgesiedelt wurden, gab es einen längeren Leerstand. 1856 folgten dann, ebenfalls aus München kommend, die Barmherzigen Schwestern und unterhielten hier, bis zur Auflösung durch die Nationalsozialisten eine Bewahr- und Erziehungsanstalt für verwahrloste Kinder. Nach dem Krieg sind die Barmherzigen Schwestern wieder zurückgekehrt und haben 1952 eine Mittelschule für Mädchen unter ihrer Trägerschaft eingerichtet, die ab 1965 als Realschule geführt wurde. Wegen des Rückgangs an ordenseigenen Lehrkräften übernahm die Erzdiözese München und Freising 1987 die Trägerschaft für die Schule. Die Schule wurde 1993 baulich, durch Einbeziehung des sogenannten "Fuchsbüchlerstadels" erweitert. Dieser Gebäudekomplex war früher Teil des Klosterareals, wurde aber während der Säkularisation verkauft. Durch Rückkauf konnte ein Erweiterungsbau erstellt werden, der den Erfordernissen einer modernen Schule und denen des Denkmalschutzes genügte. Aufgrund der größeren räumlichen Kapazität konnten in der Realschule Vinzenz von Paul nunmehr auch Knaben unterrichtet werden.  Mit dem Schuljahr 2016/2017 wurde der Schulbetrieb durch eine Fachoberschule (FOS) erweitert.

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